Performative Fotografie – Wie die Kunst der Zensur entkam

Der Text von Katalin Cseh-Varga mit dem Titel „Die Kritik der Kamera. Performative Fotografie im Ungarn der Siebzigerjahre“ bildet die Grundlage dieses Essays. Er ist 2019 in Adam Cziraks Werk „Aktionskunst jenseits des Eisernen Vorhangs“ erschienen.[i] Cziraks sammelte für sein Buch Texte, die sich insgesamt mit verschiedenen Formen von künstlerischer Kritik in Zeiten politischer Unterdrückung von Osteuropäer*innen beschäftigen. Das Kapitel von Cseh-Varga handelt von der performativen Fotografie als Mittel zur Kritikausübung, wobei der Fokus auch auf der Diversität der Kritik liegt. Um dies zu verdeutlichen arbeitet sie mit zwei Beispielen: Zum einen beschreibt die Autorin die Fotoserie von László Lakner und dem Fotografen György Gardányi, welche einen ungarischen Arbeiter der Siebzigerjahre in unterschiedlichen Phasen seines Alltages darstellt. Zum anderen beleuchtet sie bestimmte Fotoarbeiten des Künstlers Ákos Birkás.[ii] Anhand dieses Grundlagentextes möchte ich in diesem Essay die Gedanken zur Fotografie als sich auf Diversität berufende Kritikform weiter zuspitzen. K. Eilers

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Kritik zu Hartmut Rosas Kritik der Zeitverhältnisse

In Kritik der Zeitverhältnisse: Beschleunigung und Entfremdung als Schlüsselbegriffe einer erneuerten Sozialkritik beschreibt der deutsche Soziologe und Politikwissenschaftler Hartmut Rosa Soziologie als Gesellschaftskritik. Die Verknüpfung dieser beiden Praxen – Beschleunigung und Entfremdung – in der Gegenwart erläutert Rosa zu Beginn seines Aufsatzes, wobei er auf die Autonomie als „Grundversprechen der Moderne“ [[i]] eingeht. In weiterer Folge widmet sich Rosa der kritischen Betrachtung der westlichen spätmodernen Gesellschaft und nimmt dabei konkret Bezug auf zwei Phänomene. Einerseits führt ein immerwährender und in allen Ebenen unseres Lebens wahrnehmbarer Wettbewerb zu einer steten Beschleunigung unseres Alltags. Dadurch bedingt entsteht andererseits ein Gefühl der Entfremdung, ausgelöst durch schwindendes Empfinden von Selbstwirksamkeit beziehungsweise durch Kontrollverlust über die eigene Lebensgestaltung [[ii]]­. M. Miller-Aichholz

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Über Tabus der Menstruation in der Gesellschaft

Die menstruierende Frau ist im 21. Jahrhundert kein Tabuthema mehr – so könnte eine These lauten, die wenigstens in Europa mehrheitsfähig erscheint. Menstruationsartikel sind in den neonbeleuchteten Supermarktregalen überall erhältlich, es gibt sie in Automaten am Straßenrand, auf öffentlichen Toiletten. Trotz dieser Offensichtlichkeit des Menstruationsdiskurses, erscheint bei tiefgreifender Analyse sehr wohl noch eine gesellschaftliche Tabuisierung einzusetzen. Verwunderung und Formen der Entrüstung bahnen sich ihren Weg, wenn das sonst unsichtbare sichtbar gemacht wird. Nach wie vor ist die weibliche Menstruation ein Phänomen des Persönlichen. Dieses kann eine bewusste Entscheidung der Frau sein, oder aber ist auf jene Vorurteile, gar Widerstände zurückzuführen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, wenn wir uns dazu entscheiden das Blut unserer Körper in die Öffentlichkeit zu tragen. Was aber würde sich zwischenmenschlich verändern, wenn wir mit diesem Normverhalten brechen? Die Aktualität von Vorurteilen, soll im Zuge eines Krisenexperiments erkundet werden, um Strukturen von Normen aufzudecken, welche die Menstruation möglicherweise fortwährend umgeben und sie damit auch in der heutigen Zeit noch zu einem Tabu-Thema machen. Kollektiv

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