Die Symphonie der Macht

Elias Canettis Hauptwerk „Masse und Macht” aus dem Jahre 1960 ist ein Ergebnis geformt aus Ereignissen und Erfahrungen, die ihn stark beeinflussten. Von 1905 bis 1994 erlebte er zwei Weltkriege, Aufstieg und Fall der Weimarer Republik und überlebte den Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft. Beide Titelbegriffe, also Masse wie auch Macht, spielen tragende Rollen in Canettis Auseinandersetzungen – die Masse, deren mitreißende Wirkung Canetti am eigenen Leib erfahren hatte, und die Macht totalitärer Herrscher, die ihn aus seiner Heimat Österreich fliehen ließ.

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Solo oder Dreiklang?

Ein Orchester lebt. Das Miteinander verbindet einzelne Töne zu einer Melodie, einzelne Stimmen zu einer Partitur. Die Musik, die jedes Instrument erzeugt, kann für sich stehen, doch nur im Zusammenspiel wird daraus eine Komposition. Das Orchester illustriert, wie viele Teile ein neues Ganzes ergeben können. Dabei verschwimmen die Unterschiede der Instrumente nicht, sondern kontrastieren sich und verdeutlichen so, dass Ungleichheit nicht Gegensatz bedeuten muss.

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Walter Benjamin: Das Taschentuch – Ein Essay

Unsere Welt wird zunehmend schneller, die Gesellschaft gestresster, Momente der Langeweile sterben aus – und damit auch das Geschichtenerzählen? Wir haben uns inhaltlich und strukturell mit dem Text „Das Taschentuch“ von Walter Bendix Schoenflies Benjamin auseinandergesetzt. Walter Benjamin war ein deutscher Kulturkritiker, Philosoph und Übersetzer, welcher im Zeitraum von 1892 bis 1940 lebte.[i]

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Die Angst vor der Trostlosigkeit des Erwachsenwerdens

Ein junges Mädchen erzählt von ihrem Plan, sich das Leben zu nehmen. Sie wächst in reichen Verhältnissen auf und ist zu allem Überfluss auch noch hochbegabt. Eigentlich könnte man meinen, sie habe die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches und glückliches Leben. Im Falle unserer Protagonistin wirken all diese vermeidlich positiven Grundgegebenheiten jedoch leider nur mit starken Nebenwirkungen.

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Der Sinn des Lebens – Gefangen im Goldfischglas

„Die Frage nach dem Sinn von Sein soll gestellt werden.“ heißt es nach Martin Heidegger. Diese Frage kann auf den Sinn des Lebens erweitert werden und ist eine der zentralen Themen der Philosophie und des menschlichen Daseins. Dies wird auch in Muriel Barberys „Die Eleganz des Igels“ thematisiert und sehr kritisch beleuchtet. Doch wie wird der Sinn des Lebens in „Die Eleganz des Igels“, von Muriel Barbery, aus der Perspektive Palomas dargestellt? Inwiefern kann man Martin Heideggers Auffassung vom Sinn des Lebens mit der Ansicht der Protagonistin Paloma vergleichen?

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Dirigent oder Machthaber?

Ein roter Vorhang zieht sich langsam und lautlos auf. Es folgt ein kurzer Moment der Dunkelheit und der Stille. Alle sitzen gespannt auf ihren Plätzen. Niemand spricht. Der erste Ton fällt. Ab dem Moment begeben wir uns in eine Situation, in der wir beinahe jegliche Kontrolle über uns abgeben. Die Musik allein übernimmt die Macht. Sie lenkt was wir hören und auch wie wir uns fühlen. Wir lassen uns fallen und tauchen ein in eine uns vorgegebene Welt. Jede Sekunde ist genau durchdacht und inszeniert. Die Komponisten*innen selbst sprechen nie direkt mit uns. Sie kommunizieren allein über die niedergeschriebene Musik. Gelingt es ihnen, uns derart einzunehmen, mitzureißen und zu kontrollieren, so wächst ihre Macht über uns aus dem Saal hinaus und verfolgt uns bis in unsere Träume.

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Problemskizze zu einer kritischen Theorie der Digitalisierung

„Die Universität ist der Ort, an dem die Erinnerung ans Menschliche bewahrt und das Menschliche mit allen ihren Möglichkeiten lebendig erhalten werden soll.“[i] Diese Worte sind der von Max Horkheimer im Sommersemester 1952 gehaltenen Rede zur Begrüßung der Erstsemester an der Goethe-Universität Frankfurt entnommen. Horkheimer plädiert für eine Form universitärer Bildung, die über das bloße Konsumieren, Reproduzieren und Hinnehmen von Wissen hinausgeht und einen aktiven Prozess des Denkens meint, der dazu befähigt, „der Welt, wie sie ist, Widerstand leisten (zu) können“[ii]. In der folgenden Skizze werde ich mich dem Verhältnis von Digitalisierung und Universität aus Sicht der Kritischen Theorie widmen. Dabei werde ich insbesondere darauf eingehen, inwiefern durch die Digitalisierung Bildung in dem von Horkheimer gemeinten Sinn befördert beziehungsweise behindert wird.

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Digitalisierung und Universität: Über die Vereinnahmung des Individuums im digitalen Kapitalismus

Die Universität als ein öffentlicher Raum der Lehre und Forschung ist besonders im Jahr 2020 auf digitale Medien angewiesen und somit ein Symbol der digitalisierten Gesellschaft. Die Kritischen Theorien von Herbert Marcuse, Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Erich Fromm befassen sich noch nicht mit der Digitalisierung im heutigen technischen Verlauf, wohl aber beziehen sie sich auf ihre Grundlagen. Die Industrialisierung, welche mit dem späten 19. Jahrhundert begann und im 20. Jahrhundert auch durch die beiden Weltkriege neuen Schwung erhielt, wird von den Philosophen kritisiert. In Tradition dieser Denker soll folgend der Versuch unternommen werden, die Chancen und Risiken der Digitalisierung für Gesellschaft und Individuum zu umreißen.[1]

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Der digitale Freiraum – Digitalisierung und Universität aus der Perspektive einer Kritischen Theorie

Der zunehmende Fokus auf die digitale Lehre an Universitäten kommt meistens einher mit einem impliziten Versprechen von Modernisierung, Effizienz und vor allem Freiheit. Freiheit, auch aus der Ferne auf Information zugreifen zu können, Freiheit, sich den Tag flexibler einteilen zu können und Freiheit von den scheinbar veralteten physischen Einrichtungen der Universität. Während die Digitalisierung auf jeden Fall traditionelle Strukturen destabilisiert und so Grenzen aufhebt, ist es notwendig aufzuzeigen wo diese digitale Freiheit bestehende Problemfelder der Gesellschaft verschlimmert oder neue Schwierigkeiten aufwirft, die bisher weitgehend unbeachtet bleiben.

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Die zunehmende Digitalisierung der universitären Bildung – Chance als auch Gefahr?

„Technische Rationalität heute ist die Rationalität der Herrschaft selbst. Sie ist der Zwangscharakter der sich selbst entfremdeten Gesellschaft.“[1] – Max Horkheimer, Theodor W. Adorno Während der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie, fallen angesichts der sozialen Distanz, die gewahrt werden muss, die Begriffe Digitalisierung und Bildung mehr zusammen als ohnehin schon. Die Lehre wurde sowohl in der schulischen als auch in der universitären Bildung in das Digitale verlagert. Deshalb lohnt es sich, die derzeitige und kommende Entwicklung zunehmender Digitalisierung in der Lehre kritisch zu betrachten. Wenn über die Digitalisierung der Bildung gesprochen werden soll, muss der Begriff Bildung erst einmal auf seinen eigentlichen Gehalt hin untersucht werden. Wovon redet man also, wenn man von Bildung spricht?

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