Eine Stellungnahme zum Stellungbeziehen: Wer den Pluralismus will, muss für ihn streiten!

Als die Psychoanalytikerin und Psychologin Else Frenkel-Brunswik 1949 den Begriff der Ambiguitätstoleranz definierte[i], war weder die Höcke-AfD noch Covid-19 in Deutschland ein Thema. Was sie sich in ihren Studien anschaute, war vielmehr das menschliche Unvermögen, Uneindeutigkeiten zu ertragen. Menschen sind stets mit uneindeutigen Interpretationsfeldern konfrontiert, welche sie dazu nötigen, in Eigenregie die Welt zu klären, zu ordnen und zu sichten. Ist mein Gegenüber müde oder zornig, traurig oder schmerzerfüllt? Das menschliche Leben ist stets durch ambige Ungewissheit herausgefordert und somit angestrengt von der Uneindeutigkeit und dadurch motiviert, Eindeutigkeit schaffen zu wollen. S. RettenmaierPromotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung, Lehrbeauftragter für Philosophie an der Universität Kassel sowie für Politische Theorie an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Kassel. Mitbegründer von philosophike.de und Redakteur. www.philosophike.de

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